











Erschienen bei Carlsen Comics
Autor: H. G. Wells (übersetzt und bearbeitet von Thilo Krapp), Illustrationen von Thilo
Krapp, 25 € (D), HC
192 Seiten
ISBN: 978-3-551-80309-2
London, 1897.
Henry ist ein begabter Erfinder. Aber er ist auch einsam und trauert einer verlorenen Liebe nach. Um diese zurückzugewinnen, konstruiert er eine Zeitmaschine. Doch in der Vergangenheit merkt er, dass er sie nicht ändern kann und letztlich führt ihn seine Reise ganz woanders hin, als er erwartet hätte: In einer dystopischen Zukunft stößt er mit den gutmütigen Eloi und den gefährlichen Morlocks auf zwei gänzlich verschiedene Gesellschaftsgruppen. Kann Henry in dieser abenteuerlichen Zukunft aber vielleicht sogar das finden, was er ursprünglich gesucht hat?
Ich las den Klassiker DIE ZEITMASCHINE von H. G. Wells auf einem Schulausflug in der 8./9. Klasse. Das Buch faszinierte mich nachhaltig, weil es ein gesellschaftliches Gedankenspiel zulässt, das auch heute noch brisant ist: Inwieweit beeinflussen unsere Handlungen und gesellschaftlichen Entscheidungen von heute unsere Zukunft?
Nur die rein wissenschaftliche Neugier der Hauptfigur am Zeitreisen, wie es bei Wells erklärt wird, konnte ich damals nur bedingt nachvollziehen. Um 1900 mag das als Legitimation für eine Figur in einem Buch vollends ausgereicht haben, was ich sehr gut verstehen kann! Für mich und die Umsetzung in das bildgewaltige Medium Graphic Novel/Comic brauchte ich jedoch einen Grund, dem die Leser*innen mehr folgen können, während sie Henry so ausgiebig bei seinen Abenteuern zur Seite stehen.
Schon bald, als ich mich mit der Adaption zu beschäftigen begann, fiel mir ein Grund ein, den ich sehr gut nachvollziehen kann, und diesen habe ich in meine Umsetzung einfließen lassen – und erzähle gleichzeitig damit etwas über die Zeit, in der die Handlung ihren Beginn nimmt (das rigide ausgehende 19. Jahrhundert in England), und so, wie diese Geschichte noch nie in erzählt worden ist.
