Vita

Thilo Krapp ist geboren 1975 in Herdecke, aufgewachsen in Hagen. Im Alter von fünf Jahren zeichnet er Enten, die auf einer Wild-West-Lokomotive über eine Brücke des Grand Canyon fahren. Enten beschäftigen ihn überhaupt sehr, sie werden fortan in selbst ausgedachten Geschichten noch das Telefon erfinden, den Untergang der Titanic erleben oder Geisterhäuser bewohnen. Nach der Schule Zivildienst (bei der AIDS-Hilfe Hagen), danach mit einer Freundin auf einen Kurztrip nach New York, um vor dem Studium im Fach Kommunikationsdesign an der Universität Wuppertal noch einmal die große weite Welt zu sehen. Unter anderem den Metropolitan Life Tower, seinen Lieblingswolkenkratzer, der ihn an den Campanile in Venedig erinnert, während ihn in Soho das intensive Blau einer Wedgewood-Tasse so sehr fasziniert, dass er nach ihrem Preis fragt und die amerikanische Verkäuferin sagt: "Isn´t it funny? I always thought it was the nicer one!". Diese Tasse steht noch heute in seinem Schrank und wartet auf den gelegentlichen Benutzer. Während des Studiums Beschäftigung mit Comic, Trickfilm, Kinderbuch-, Sachbuch- und Zeitschriftenillustration, Anfertigung von Reihentiteln, Illustration zu Romanen, Spielen und – wenn es die Zeit zuließ – Arbeiten in freier Kunst. Bei Wolf Erlbruch im Wintersemester 2003/04 Diplom im Fach Illustration, Titel der Diplomarbeit: "Märchen – Konzeption und Entwurf einer Heftreihe."

Arbeitsweise

Er arbeitet analog und digital (Wacom Cintiq, Adobe Creative Suite), aber überwiegend entstehen seine Arbeiten ausschließlich am Rechner. Wenn analog und digital kombiniert werden, ist die Arbeitsweise gekennzeichnet durch eine harmonische Verbindung von beidem: digitale Zeichnungen korrespondieren schon mal mit Ausschnitten aus alten Lexika, Gesundheits- und Kochbüchern und eingescanten Papierstrukturen. Überwiegend arbeitet er Outline-orientiert (das heißt, die Figuren und andere Elemente bekommen eine eher klar erkennbare Umrisslinie). Er liebt Aquarell.

Stil

Sein Stil ist vielleicht am ehesten als "klassisch" zu bezeichnen. Er verbindet gern alt mit neu und bedient sich dabei der gesamten Bandbreite der Kunst- und Designgeschichte. So entsteht ein Spannungsfeld, das typisch für ihn ist: seine Arbeiten erscheinen in einem Gewand, das vertraut und neu zugleich erscheint, da es auf der Linie zwischen modern und nostalgisch tanzt.

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